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Kräutergarten auf dem Balkon

Kräuter in allen denkbaren Formen und aromatischen Richtungen sind für die moderne wie auch für die traditionelle Küche von besonderer Bedeutung. Sie geben den köstlichsten Gerichten den letzten Schliff und sind als gesundheitsbewusstes Würzmittel unverzichtbar. Wer könnte beispielsweise eine köstliche Pasta zubereiten, ohne Oregano, Thymian oder Basilikum in das Rezept einzubeziehen?

Und auch die klassische deutsche Küche, kennt sich mit dem Gebrauch diverser Küchenkräuter bestens aus. Doch nicht nur im Kochtopf oder auf einem frischen Sonntagsbrötchen können die verschiedenen Kräuter landen. Gerade auch in Tees oder selbst hergestellten Duftsäckchen wissen Kräuter aller Art zu bezaubern. Wer allerdings seine Kräuter stets frisch im Supermarkt kaufen möchte, der sollte bedenken, dass dies nach und nach gehörig ins Geld gehen kann. Angesichts der Tatsache, dass Kräuter sich kinderleicht auch zu Hause ziehen lassen und hierfür nicht einmal ein besonders grüner Daumen benötigt wird, überrascht es nicht, dass heimische Kräutergärten und Kräuterzuchten ganz besonders groß im Kommen sind. Hierfür wird nicht einmal ein kompletter Garten benötigt, sondern auch ein Balkon ist bestens geeignet, um Kräuter auszusäen und anschließend das ganze Jahr über zu ernten. Die besten Hinweise und Tipps rund um den eigenen Kräutergarten auf dem Balkon liefert der nachfolgende Ratgeber.

Welche Kräuter zu welcher Jahreszeit?

Um mit etwas Basiswissen zu beginnen, sollten Kräuterfreunde, die einen eigenen Kräutergarten auf dem Balkon anlegen wollen, zunächst einmal darüber nachdenken, welche Kräuter ihnen besonders am Herzen liegen. Immerhin entwickeln alle Pflanzen jeweils voneinander unabhängige Pflegebedürfnisse und auch die Zeiten, in denen die Samen ausgesät werden sollten, variieren von Pflanze zu Pflanze. Damit das Projekt Kräutergarten auf dem Balkon demnach nicht bereits zu Beginn zum Scheitern verurteilt ist, sollten derartige Fragen schon im Voraus geklärt werden. Die Samen für den eigenen Kräutergarten lassen sich übrigens in jedem Supermarkt oder auch in Drogerien und bei Fachhändlern erwerben. Generell besteht auch die Möglichkeit sich kleine, bereits vorgezogene Pflanzen zu kaufen und diese dann auf dem Balkon umzutopfen. Diese letztgenannte Möglichkeit wird im Optimalfall allerdings nur empfohlen, wenn die Pflanzen von einem Fachhändler stammen. Kleine Kräutertöpfe, wie sie beispielsweise im Supermarkt zu ergattern sind, beinhalten meist nur Pflanzen, die unter extrem positiven Bedingungen in einem Gewächshaus gezogen wurden. Diese Pflanzen „auszuwildern“ erweist sich meist als schwierig und nicht selten gehen die verschiedenen Exemplare schneller ein, als es den Kräuterfreunden lieb ist.

In Punkto Saatzeiten

Um in Punkto Saatzeit etwas Abhilfe zu schaffen, soll ein kurzer Blick auf die empfohlenen Zeiten für einige der beliebtesten Küchenkräuter gewährt werden:

  • Basilikum: wird ab März vorgezogen
  • Oregano: ab Ende April im Freien
  • Thymian: April bis Juni
  • Rosmarin: März bis April
  • Schnittlauch: Februar-März
  • Petersilie: Oktober bis Mai
  • Dill: April bis Mai

Neben der optimalen Aussaat sollte bei Kräutern außerdem noch der Anspruch an den jeweiligen Standort berücksichtigt werden. Einige Kräuter lieben sonnige Plätze, wohingegen andere lieber etwas schattiger stehen. Dasselbe gilt für die Ansprüche gegenüber dem Boden – von feucht bis trocken oder gar sandig ist bei Kräutern generell jede Art von Vorliebe existent.Nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon gibt es verschiedene Möglichkeiten ein Kräuterbeet richtig und optimal anzulegen. Hierbei spielen verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle. So sind es auf dem Balkon vor allem die Platzverhältnisse die berücksichtigt werden müssen. Viele Gartenbesitzer beispielsweise sind in den letzten Jahren dazu übergegangen eine optisch eindrucksvolle Kräuterschnecke in ihrem Garten anzulegen. Eine solche Kräuterschnecke wird auch häufig als Kräuterspirale bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes dreidimensionales Beet, da sich nicht alle Pflanzbereiche auf einer Ebene befinden, sondern die verschiedenen Kräuter auf unterschiedlichen Höhen positioniert sind. Klassischerweise mündet das untere Ende der Kräuterspirale in einer Wasserkuhle oder einem Teich. Die klimatischen Verhältnisse sowie die Ansprüche der einzelnen Kräuter an den Boden ihres Standorts werden auf diese Weise optimal berücksichtigt, da der Boden am Anfang der Spirale feuchter ist als in den oberen Etagen, wo wiederum eine höhere Sonneneinstrahlung festzustellen ist. Darüber hinaus wissen auch die optischen Eigenschaften einer Kräuterschnecke oder –Spirale zu überzeugen.

Exkurs: Die Kräuterschnecke auf dem Balkon

Da es sich bei einer klassischen Kräuterschnecke um eine steinerne Anlage handelt, die durchaus einen gewissen Platz in Anspruch nimmt, müssen die Verhältnisse auf die Platzbegebenheiten eines Balkons angepasst werden. Je kleiner hierbei der Balkon ist, umso schwieriger wird es eine Kräuterschnecke auf dem Balkon angemessen integrieren zu können. Die einfachste Möglichkeit, die allerdings nicht nur mit dem höchsten Preis, sondern auch mit der geringsten Flexibilität einhergeht, ist der Kauf einer klassischen und bereits fertigen Kräuterschnecke oder –Spirale beim Fachhändler oder im Baumarkt.

Kräuterschnecke selbst anfertigen

Daneben gibt es allerdings auch die Option, eine Kräuterschnecke für den Balkon selbst anzufertigen. Alle Materialien, die hierfür benötigt werden, lassen sich in einem klassischen Baumarkt für wenig Geld erstehen, interessierte Kräuterfreunde benötigen lediglich etwas handwerkliches Geschick, um die Bauanleitung umzusetzen. Eine stabile Kunststoffunterlage wird benötigt, kleinere Löcher sollten als potentieller Wasserablauf in dieser vorhanden sein. Kräuterpflanzen vertragen in der Regel keine Staunässe und dementsprechend muss unbedingt sichergestellt werden, dass überschüssiges Gießwasser regelmäßig abfließen kann. An den Rändern sollte die Kunststoffunterlage hochgebogen sein, da die Schale anschließend gefüllt wird. Eine Schicht Kies, ein Unkrautvlies sowie eine Schicht Sand bilden die Basis für die Kräuterschnecke auf dem eigenen Balkon. Mithilfe von  Natursteinen werden die Ebenen in die Höhe gestaltet. Dies birgt nicht nur bautechnische Vorteile, sondern kann außerdem einen eindrucksvollen optischen Eindruck mit sich bringen. Anschließend kommt Erde auf die Flächen, in die dann wiederum die Kräuter eingesät oder gepflanzt werden können. Für Kräuterfreunde gilt die Prämisse, dass einige Kräuter deutlich mehr Platz für ein angenehmes Wachstum benötigen als andere. Je kleiner der Balkon bzw. die Kräuterschnecke ausfällt, umso weniger Kräuter sollten dementsprechend gepflanzt werden.

Für jedes Pflänzchen ein Töpfchen

Selbstverständlich ist es keine Pflicht eine Kräuterschnecke auf dem eigenen Balkon zu installieren und auch mit einzelnen Kräutern in kleinen Blumentöpfen lassen sich aromatische Erlebnisse sowie optische Highlights ernten. Wer seine Kräuter im Topf auf dem Balkon großziehen möchte, darf sich über den Vorteil einer flexiblen Gestaltung freuen. Darüber hinaus können Kräuter auch schneller ausgewechselt werden, als es in einer Kräuterschnecke der Fall ist. Überdies sind die verschiedenen Ansprüche der Pflanzen an Boden und Standort deutlich intensiver zu berücksichtigen. Die Vielzahl an Möglichkeiten für Kräuterfreunde ist dementsprechend unbedingt auch auf dem Balkon gegeben.

Was manchmal bei der Konstruktion eines Sichtschutzes vergessen wird, sind die physikalischen “Ausweichmanöver” vor allem starker Winde, sowie die Wichtigkeit einer regelmäßigen Brise für gewisse Blumen und Pflanzen. Stößt ein heftiger Wind an ein Hindernis, wie an eine Mauer oder einen komplett luftundurchlässigen Zaun, weicht er nach oben hin aus und “stolpert” über die Grenze. Dadurch entstehen wiederum auf der anderen Seite bzw. oberhalb des Zauns unangenehme Luftwirbel. Diskutieren Sie dieses Thema, wenn möglich, auch mit direkt angrenzenden Nachbarn – die Auswirkungen solcher Luft-Turbulenzen sind auf beiden Seiten zu spüren.

Bildnachweis: Jupiterimages/Getty Images