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Diese Anforderungen muss eine Absturzsicherung erfüllen

Anforderungen an ein Balkongeländer

Ein schickes Balkongeländer verschönert Ihr Eigenheim und wertet es optisch auf. Es darf aber nicht vergessen werden, dass ein Balkongeländer in erster Linie zur Absturzsicherung dient und daher wichtigen Anforderungen entsprechen muss.
Es passiert leider immer wieder, dass das Thema Sicherheit beim Verkauf eines Balkongeländers nicht an oberster Stelle steht. Der schnelle Vertragsabschluss steht oft im Vordergrund und die fachgerechte Anfertigung und Montage werden aus Zeit- und Kostengründen vernachlässig.

Daher ist es wichtig, sich neben der scheinbar endlosen Auswahl an Modellen, Materialien und Farben des zukünftigen Balkongeländers auch über die Anforderungen als Absturzsicherung zu vergewissern. Ist das Geländer kindersicher? Entspricht es der richtigen Höhe? Diese Fragen sollte Sie im Vorfeld unbedingt ansprechen und abklären sowie sich an die Vorschriften der jeweiligen Bauordnung halten.

Wann ist eine Absturzsicherung erforderlich?

Bei allen zugänglichen Stellen eines Gebäudes muss eine Absturzsicherung angebracht werden, bei denen eine Fallhöhe von 60cm oder mehr vorhanden ist und die Gefahr eines Absturzes besteht. Ab einer Fallhöhe von 1 Meter ist jedenfalls eine Absturzsicherung anzubringen.
Die Höhe der Absturzsicherung muss mindestens 1 Meter, ab einer Absturzhöhe von mehr als 12 Meter mindestens 1,1 Meter betragen. (Vgl. OIB)

Das muss bei Öffnungen im Geländer beachtet werden

Öffnungen dürfen zumindest in einer Richtung nicht größer als 12 cm sein. Bei Geländern über einer Standfläche ist der untere Abschluss so auszubilden, dass zwischen der Geländerunterkante und der Standfläche ein Würfel mit einer Kantenlänge von höchstens 12 cm durchgeschoben werden kann. (Vgl. OIB)

Vorsicht bei erkletterbaren Geländern!

Überprüfen Sie unbedingt, dass das Balkongeländer nicht erkletterbar ist. Es gibt beliebte Balkongeländer am Markt, die aus wenigen horizontalen Seilen bestehen. Diese sind aber nicht zulässig und gefährlich! Diesbezüglich finden sich in der österreichischen Bauordnung ebenfalls Richtlinien, die eingehalten werden müssen:

Im Bereich von 15 cm bis 60 cm über fertiger Stufenvorderkante oder Standfläche dürfen keine horizontalen oder schrägen Elemente der Absturzsicherung angeordnet sein, es sei denn, ein Hochklettern wird erschwert, wie zum Beispiel durch:

  • Horizontale oder schräge Elemente, die nicht um mehr als 3 cm vorspringen
  • Öffnungen, die in der Vertikalen nicht größer als 2 cm sind,
  • Seilnetze mit einem Maschenumfang von höchstens 16 cm,
  • Lochbleche mit einem Lochdurchmesser von höchstens 4 cm
  • Eine nach innen um mindestens 15 cm überstehende Geländeroberkante (Vgl. OIB)

Anbaubalkone

Bei Anbaubalkonen gilt es sicherzustellen, dass die Steher ordentlich in den Fundamentplatten verankert sind. Vernachlässigungen haben fatale Folgen, die leider nach wie vor präsent sind.

Die Tragfähigkeit sowie Statik des Gebäudes spielen ebenfalls eine wichtige Rolle um abzuschätzen, welche Art des Anbaubalkons in Frage kommt. Hier finden sich verschiedene Varianten wie zum Beispiel ein freitragender Anbaubalkon oder ein von der Statik des Gebäudes unabhängiger Vorstellbalkon. Achten Sie darauf, dass die Montage des Balkons sowie des Geländers professionell und fachgerecht erfolgen.