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Ökologisches Wohlfühlen auf dem Balkon

Die letzten Jahre sind in vielen gesellschaftlichen Bereichen von einem ständig wachsenden ökologischen Bewusstsein geprägt gewesen. Wo vor gar nicht so langer Zeit noch eine regelrechte Wegwerfmentalität herrschte, stehen heute Gedanken zur Nachhaltigkeit an erster Stelle. Das gilt auch bei eigenen Garten- und Pflanzprojekten. Anstelle von künstlich gepushten Blumen, die häufig überhaupt nur eine Saison mit Mühe und Not zu überstehen wissen, rücken immer mehr langfristig gedeihende, heimische Pflanzen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Ein natürliches Gleichgewicht sowie vielerorts auch der Artenschutz stehen dabei häufig im Vordergrund. Das gilt übrigens nicht nur für heimische Gartenanlagen, sondern kann auch auf dem eigenen Balkon wirkungsvoll umgesetzt werden.

Schon ein klein wenig Einsatz genügt, um den eigenen Außenstand in ein wahres Ökoparadies zu verwandeln. Dabei sind besondere Fertigkeiten in Bezug auf gärtnerische Fähigkeiten eher sekundär. Ein bisschen guter Wille sowie ein paar hilfreiche Tipps reichen meist schon aus, um einen eigenen Beitrag zu leisten. Aus diesem Grund wurde der nachfolgende Ratgeber erstellt, der mit ersten Tipps und hilfreichen Hinweisen dienen kann. Selbige sollen allerdings selbstverständlich nur als Anregungen verstanden werden, denn die Umsetzungsmöglichkeiten ökologischer Interessen sind auch auf dem eigenen Balkon schier unbegrenzt.

Die Vorteile der ökologisch nachhaltigen Balkongestaltung

Tatsächlich präsentiert sich eine ökologisch nachhaltig gestaltete Balkonbepflanzung in vielerlei Hinsicht als überaus nützlich und bietet gleich eine ganze Reihe von verschiedensten Vorteilen. Der erste, der an dieser Stelle unbedingt benannt werden muss, ist die Tatsache, dass in der Regel mit heimischen Pflanzenarten und –Gattungen gearbeitet wird. Diese Pflanzen sind an die Witterungsverhältnisse auf dem Balkon optimal angepasst und können im herrschenden Wetter und Klima deutlich besser gedeihen, als gezüchtete bzw. überzüchtete Exemplare aus ursprünglich gänzlich anderen Gefilden. Viele dieser letztgenannten Pflanzen werden in gigantischen Gewächshäusern unter unnatürlichen Bedingungen hochgezogen und dann beispielsweise in den großen Pflanzenabteilungen von Baumarkthallen vertrieben. Bei diesen Pflanzen kommt es nicht selten vor, dass sie im eigenen Blumenbeet oder –Kasten binnen kürzester Zeit eingehen. Viele heimische Stauden und Blumen sind dagegen sogar winterhart und können für mehr als nur eine Saison Freude bereiten. Der Vorteil hierbei ist außerdem, dass Wildpflanzen für gewöhnlich deutlich weniger Pflege benötigen und dementsprechend auch diejenigen, die keinen eigenen grünen Daumen besitzen, voll auf ihre Kosten kommen können.

Darüber hinaus sind heimische Balkonpflanzen geradezu prädestiniert dafür, um verschiedensten Insektenarten ein angenehmes Zuhause bieten zu können. Bienen, Schmetterlinge, Marienkäfer und zahlreiche andere Insekten lassen sich auf den Pflanzen nieder und erhalten ein breites Nahrungsangebot, an dem sie sich laben können. So hilft eine ökologisch sinnvolle Bepflanzung des eigenen Balkons dabei die Artenvielfalt aufrecht zu erhalten.

Welche heimischen Pflanzen eignen sich für die Bepflanzung?

Wenn es um ökologisch sinnvolle und nachhaltige Bepflanzung geht, lassen sich immer positivere Tendenzen in der Bevölkerung erkennen, wobei diese allerdings häufig mit jeder Menge Unwissenheit gepaart ist. Viele Balkonbesitzer möchten zwar gern mit heimischen Pflanzen arbeiten, wissen aber nicht genau, welche sie hierfür auswählen dürfen. In einem ersten Schritt kann diesbezüglich eine Beratung beim Fachmann weiterhelfen. In Gärtnereien beispielsweise kann darüber aufgeklärt werden, welche Pflanzen aus dem Gewächshaus stammen und unter natürlichen Bedingungen keine Überlebenschance hätten und welche sich als heimisch erweisen. Wem dies zu umständlich ist, der kann einen Blick auf die folgende Liste werfen. Hierbei handelt es sich um mehrjährige Pflanzen, die sich optimal für den Einsatz auf einem ökologisch nachhaltig gestalteten Balkon eignen:

  • Gewöhnliche Berberitze
  • Besenginster
  • Rote Heckenkirsche
  • Zwergmispel
  • Strauchwicke etc.

Bei der Bepflanzung mit heimischen Stauden und Wildpflanzen kommt es allerdings nicht nur auf den persönlichen Geschmack an, sondern vor allem auch auf die Standortbedingungen. So sind einige der obig aufgezählten Pflanzen am liebsten im hellen Sonnenschein zuhause, während andere sich hingegen im Schatten ein wenig wohler fühlen. Dementsprechend empfiehlt es sich bereits vor dem Pflanzenkauf einen genauen Blick auf die Standortbedingungen des eigenen Balkons zu werfen: Wo steht wann die Sonne und wie windig ist es gegebenenfalls auf meinem Balkon? Darüber hinaus kann es sich außerdem empfehlen eine Art thematische bzw. farbliche Linie zu verfolgen.

Wer sich für die eine oder andere Pflanze entschieden hat, für den steht leider nun noch eine kleine Hürde bevor, ehe es ans Pflanzen geht: Die heimische Pflanze muss in unveränderter Form erstanden werden. Viele Experten haben sich darauf eingeschossen heimische Pflanzen durch verschiedene Zuchtprozesse zu verändern. Sie lassen sich nun angeblich leichter oder weniger aufwendig pflegen oder erzielen schnellere Wachstumserfolge. Um einen ökologischen Balkon zu erhalten, sollte im besten Falle nicht auf diese veränderten Zuchten zurückgegriffen werden.

Die richtige Erde

Für gewöhnlich gehen Balkonliebhaber mit einer Einkaufsliste zum nahegelegenen Baumarkt und laden dort neben einer Reihe von Zuchtpflanzen auch noch diverse Liter Pflanzenerde mit jeder Menge Torf in den eigenen Einkaufswagen. Für eine ökologische Balkonbepflanzung sollte von einem derartigen Vorgehen Abstand genommen werden. Zum einen ist der An- bzw. Abbau von Torf nicht gerade als ökologisch nachhaltig oder sinnvoll zu bezeichnen und zum anderen fühlen sich vor allem Wildpflanzen in torfhaltigem Substrat nicht besonders wohl. Der Torf sorgt dafür, dass die Erde schneller austrocknet und den Pflanzen so die Nahrungsgrundlage entzogen wird.

Wildpflanzen und –Blumen sind in der Natur meist an relativ bescheidene Bodenverhältnisse angepasst und kommen dementsprechend auch mit wenigen Nährstoffen im Boden recht gut aus. Um möglichst optimale Bedingungen zu erreichen, kann es sich lohnen die vorgesehene Blumenerde mit etwas Sand oder kleinen Kieseln zu strecken. Staunässe hingegen sollte unbedingt vermieden werden, da dies Wildpflanzen auf Dauer durchaus zu schaffen macht. Generell gilt allerdings hinsichtlich der Bodenverhältnisse zu beachten, dass exakt natürliche Bedingungen auf einem Balkon bzw. in einem Blumentopf ohnehin nicht nachgestellt werden können. Stattdessen sollten Balkonbesitzer sich lediglich darauf konzentrieren, den Pflanzen ihr Dasein und ihren Lebensraum so angenehm wie möglich zu gestalten.

Das richtige Behältnis und die richtige Bepflanzung

Generell haben Balkonliebhaber bei der Auswahl der Pflanzgefäße freie Hand. Allerdings sollte im besten Fall auf möglichst natürliche Materialien zurückgegriffen werden. Die Größe der jeweiligen Gefäße ist abhängig von der ausgewählten Pflanze zu bestimmen. Damit das Wurzelwerk optimal gedeihen kann, sollten weder zu kleine noch zu große Pflanzgefäße ausgewählt werden. Wachsende Pflanzen müssen nach der Saison gegebenenfalls umgepflanzt werden, um das Behältnis der Größe anzupassen. Wildpflanzen unterschiedlicher Art können gern in ein und dasselbe Behältnis gepflanzt werden, da auch in der natürlichen Umgebung in der Regel keine Monokulturen vorkommen, sondern verschiedene Arten nebeneinander gedeihen. Allerdings sollte hierbei nach Möglichkeit auf ähnliche Standortansprüche geachtet werden.

Bildnachweis: RuudMorijn/Getty Images